Hat Ihr Baby ein plattes Hinterköpfchen? Haben Sie versucht seine Liegeposition zu ändern aber Ihr Baby will nur noch auf einer und derselben Seite schlafen? Die gute Nachricht ist: Der Kopf von Babys bleibt nach der Geburt noch lange formbar und weich. Besonders in den ersten 6 Lebensmonaten kann man mit der Osteopathie dieses häufige Problem auf schonende Art und Weise beseitigen.

 

Ein flacher Hinterkopf ist eine häufige Erscheinung bei Babys. Fast 15% der Babys unter sechs Monaten sind davon betroffen.
Man sollte aber dieses Problem nicht deshalb unterschätzen. Es löst sich ohne die nötigen Vorsorge- und Behandlungsmassnahmen nicht von alleine und könnte auch langfristig mechanische Störungen des Schädels verursachen.

 

Welche sind die Ursachen?

  • Meistens ist ein plattes Hinterköpfchen lagerungsbedingt.  Säuglinge haben nämlich weiche Schädelknochen, die unter dem Druck der Matratze nachgeben und sich verformen.  Längeres Liegen auf dem Hinterkopf kann die Schädelform beeinflussen und zur sogenannten „lagerungsbedingten Plagiozephalie“ führen.
  • Bei einigen Babys ist der Kopf nicht nur hinten, sondern auch auf einer Seite flach. Die Ursachen dafür sind oft Schiefhals, Muskelverspannungen oder Blockaden der Halswirbelsäule. In diesen Fällen will das Baby nur auf einer und derselben Seite schlafen.  Diese Beschwerden können angeboren oder haltungsbedingt sein.
  • Ein flacher Hinterkopf kann auch angeboren sein und zum Beispiel durch eine ungünstige Lage im Mutterleib oder einer schwierigen Geburt verursacht sein, wie etwa bei Zwillings- oder Saugglockengeburten.

 

 

Ist ein flacher Hinterkopf gefährlich?

Nein, das flache Köpfchen ist nicht gefährlich für die Gesundheit Ihres Babys!

Eine Studie der US Zeitschrift Pediatrics hat jedoch gezeigt, dass Babys mit flachem Hinterkopf niedrigere Werte bei kognitiven und motorischen Tests erzielen.
Diese Studie untersuchte die kognitive und motorische Entwicklung von 472 Babys zwischen dem 4. und 12. Lebensmonat (Durchschnittsalter: 6 Monate) anhand des sogenannten Bayley Entwicklungstests III. Dieser Tests dient der Auswertung von Wahrnehmungs-, Sprach- und Bewegungsfähigkeiten.

Babys mit einem leichten bis schweren Abflachungsgrad des Hinterkopfs hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, niedrigere Resultate beim Entwicklungstest zu erzielen. Obwohl die Resultate eine Verbindung zwischen flachem Hinterkopf und Entwicklungsverzögerung zeigen, besteht keine direkte kausale Verbindung.

In unserer Praxis beobachten wir bei Babys mit einem flachen Hinterkopf eine höhere Wahrscheinlichkeit, unter Ohrentzündung und Kopfschmerzen zu leiden. Auch eine spätere Skoliose kann durch lagerungs- und haltungsbedingten Verformungen im früheren Alter verursacht werden.

 

 

 Was tun?

  • HELME

    Oft werden für Schädelverformungen bei Kindern zwischen 2 und 18 Monaten korrektive Helme eingesetzt. Obwohl der Helm den Schädel an der gewollten Stelle korrigiert, gibt es andere Strukturen, die sich nicht von diesem Gerät beeinflussen lassen, zum Beispiel das Keilbein, das Siebbein und andere mit dem Gesicht verbundenen Strukturen. Interne Veränderungen des Schädels, die von Aussen nicht sichtbar sind, können benachbarte Strukturen ändern und morphologische sowie biomechanische Ungleichgewichte erzeugen.

  • KRANIALE OSTEOPATHIE

    Mit der kranialen Osteopathie können Strukturen im Schädel wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Dies unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das Schädel-System eine Funktionseinheit bildet und als solche betrachtet werden muss.

    Die Diagnose und Behandlung bei Babys muss aus einer ganzheitlichen Perspektive und sowohl quantitativ als auch qualitativ erfolgen. Ein flacher Hinterkopf kann nämlich verschiedene Ursachen haben und kann schon in der Schwangerschaft, bei der Geburt oder erst in der Wiege entstehen. Jeder Auslöser oder, in einigen Fällen, mehrere koexistierende Ursachen müssen behandelt werden.
    Die Osteopathie hilft, den korrekten biomechanischen Schädelzustand durch sanften Techniken wie Traktion und Kompression wieder herzustellen. Im Gegensatz zu dem, was man glauben könnte, haben diese Techniken keine Nebenwirkungen, da die Strukturen nur auf sehr leichte Weise gedrückt werden.Oft sind Blockaden im Hals-Nacken-Bereich der Grund dafür, dass Babys den Kopf nicht richtig drehen können und deshalb eine Lieblingsseite haben. In diesem Fall kann man mit manuellen Techniken auf sanfte Weise die Halswirbelsäule wieder „einrenken“. Ist die Blockade gelöst, lassen sich die bereits entstandenen Abflachungen durch Lageveränderungen und Spezialkissen beheben.
    In vielen Fällen reichen zwei bis drei Behandlungen bereits aus, um die Blockaden zu lösen.

 

4 Tipps zur Unterstützung der osteopathischen Behandlung:

 

1

Besorgen Sie sich ein spezielles Kopfkissen für Babys. Diese Kissen haben eine gestützte Mulde, so dass die Matratze nicht direkt auf dem weichen Hinterkopf des Babys drückt.
Solche Kissen sind schon unter 30 CHF erhältlich, zum Beispiel das Babymoov Herzkissen

2

Legen Sie Ihr Baby auf dem Bauch, wenn es besonders aktiv und spielfreudig ist. So reduzieren Sie die Liegezeit. Mag Ihr Kind die Bauchlage nicht? Versuchen Sie es mit einem neuen interessanten Spielzeug. Diese Position entlastet seinen Hinterkopf und unterstützt die Entwicklung der Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeit.

3

Falls Ihr Baby auf der Seite schlafen sollte, rollen Sie 2 Handtücher und positionieren Sie eine Rolle hinter dem Rücken und die andere Rolle vor dem Bauch Ihres Babys. So wird auch das Drehen auf die Bauchlage verhindert. Die gleiche Wirkung erzielt man auch mit speziell entwickelten Seitenschläferkissen, wie das Baby Sleep.

4

Tragen Sie Ihr Baby auf Ihrem Arm so oft wie möglich, denn so vermeiden Sie einseitige Liegepositionen. Wechseln Sie aber regelmässig die Armseite, damit Ihr Baby keine Halsverspannung bekommt. Ihr Baby wird Ihre körperliche Nähe garantiert geniessen!

 

Vorbeugen ist die beste Medizin!

Schon seit Jahrzehnten wissen Osteopathen, dass Veränderungen des Schädels Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen oder Beschwerden struktureller und morphologischer Natur verursachen können. In unserer Praxis behandeln wir täglich Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die mit verschiedenen Problemen zu uns kommen. Viele von ihren jetzigen Beschwerden sind auf mechanische Störungen des Schädels zurückzuführen, die leicht bei den meisten Arztbesuchen unbemerkt bleiben und die aber kurz-, mittel- oder sogar langfristig pathologische Erscheinungen hervorrufen können.

Für Eltern ist es meistens schwierig festzustellen, warum Ihr Baby ein flaches Hinterköpfchen hat und ob es ein auffälliges Bewegungsmuster entwickelt. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihr Kind keine Blockaden hat, vereinbaren Sie gleich in den ersten Lebenswochen einen Termin bei Ihrem Baby-Osteopathen. In 1 oder 2 Sitzungen werden eventuelle Blockaden auf ganz sanfte Weise gelöst. Eine längere Therapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

 

Fazit

  • Ein flacher Hinterkopf bei Babys ist in vielen Fällen lagerungsbedingt, kann aber auch im Mutterleib oder bei einer schwierigen Geburt entstehen.
  • Wenn das Baby nur in seiner Lieblingsposition liegen will, könnte eine Halswirbelblockade oder eine Muskelverspannung bestehen, die man mit der Osteopathie schnell und wirkungsvoll beheben kann.
  • Häufiges Lagewechsel und geeignete Kopfkissen entlasten den Hinterkopf und unterstützen die osteopathische Behandlung
  • Schädelverformungen sollten so früh wie möglich behandelt werden, um interne strukturelle und biomechanische Veränderungen des Schädels zu vermeiden
  • Die Osteopathie bringt veränderte biomechanische Schädelstrukturen wieder ins Gleichgewicht und hat im Gegensatz zu den traditionell eingesetzten Baby-Helmen keine Nebenwirkungen.

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